„Etwas in mir hat sich verändert“: Olympia-Zweite beendet ihre Skikarriere
Salzburg (Österreich) – Das österreichische Skiteam muss sich von einer seiner bekanntesten Sportlerinnen verabschieden: Mirjam Puchner (34) hat überraschend das sofortige Aus ihrer Rennlaufbahn verkündet. Die Olympiasilbermedaillengewinnerin erklärte, dass sie das notwendige Risiko mittlerweile nicht mehr eingehen könne.
Diese Botschaft teilte die Speed-Spezialistin am Dienstag während einer Pressekonferenz und veröffentlichte anschließend auch einen Abschiedsbeitrag auf Instagram.
„Ein wunderbares Kapitel schließt sich – ein Kindheitstraum, den ich verwirklichen konnte“, schrieb sie unter anderem in den sozialen Medien. „Und gibt es etwas Schöneres, als aus einem Traum zu erwachen, der besser war, als man es sich je vorgestellt hat?“
Nun sei aber der Moment gekommen, sich neuen Herausforderungen zu widmen. Die Entscheidung fiel ihr dabei keineswegs leicht und erfolgte nicht spontan, sondern war das Ergebnis intensiver Überlegungen.
Erst kürzlich war Puchner bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina am Start, auch wenn diese für sie eher enttäuschend verliefen. In der Abfahrt belegte sie den elften Rang, in der Team-Kombination den 14. Platz, und im Super-G schied sie aus.
„Um im Weltcup an der Spitze mitfahren zu können, muss man bereit sein, das absolute Risiko einzugehen. Im letzten Winter habe ich jedoch gespürt, dass sich etwas in mir verändert hat“, wird sie vom ÖSV zitiert.
„Die dafür erforderliche Entschlossenheit und uneingeschränkte Risikobereitschaft waren nicht mehr in dem Maße vorhanden wie in den Jahren zuvor. Wenn Kopf und Herz einem signalisieren, dass es Zeit ist, einen Schritt zurückzutreten, sollte man auf dieses Gefühl hören“, fügte sie hinzu.
Die Salzburgerin gab 2013 ihr Weltcup-Debüt und bestritt insgesamt 178 Rennen, in denen sie zwei Abfahrtssiege feiern konnte. Ihren größten Triumph erreichte sie 2022 mit der Silbermedaille im Super-G bei den Olympischen Spielen in Peking. Auch bei der Ski-WM 2025 in Saalbach stand sie als Zweite auf dem Podest, diesmal in der Abfahrt.
Gleichzeitig musste sie aber auch die Schattenseiten des Leistungssports erleben. Im Februar 2017 verletzte sie sich beim Abfahrtstraining zur Weltmeisterschaft in St. Moritz schwer und brach sich dabei Schien- und Wadenbein. Erst anderthalb Jahre später, im Herbst 2018, kehrte sie zurück auf die Rennpiste.
Ein Neuanfang bei null ist für Puchner jedoch kein Thema, wie sie selbst erklärte. Die Sportlerin ist bei der Polizei tätig und befindet sich kurz vor dem Abschluss ihres Studiums im Bereich Marketing.